25. Januar 2011

Die Ausbildung muss attraktiver werden!

Seit Jahren kann die Senatsverwaltung für Finanzen die ohnehin zu wenigen Ausbildungsplätze in der Berliner Steuerverwaltung nur mit Schwierigkeiten und zum Teil nicht in geplanter Höhe besetzen. Im Jahr 2010 wurden gerade einmal 69 Steueranwärter und Steueranwärterinnen sowie 138 Finanzanwärter und Finanzanwärterinnen eingestellt – obwohl 100 bzw. 150 Einstellungen angepeilt waren. Für 2011 sind für jede Laufbahn 150 Anwärter geplant. Selbst wenn alle Anwärter und Anwärterinnen nach bestandener Laufbahnprüfung in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen würden, sind damit die Personalprobleme in den Finanzämtern bei weitem nicht gelöst, der Personalabbau setzt sich weiterhin fort, da die Abgänge die Einstellungen weiterhin übersteigen und frisch ausgebildete Anwärter einen "alten Hasen" noch lange nicht adäquat ersetzen können.

Wie präkar die Einstellungssituation ist, ist anhand der Präsentation der Vorsteherbesprechung vom 01.12.2010 aus dem AIS erkennbar, lagen bis zum 18.11.2010 gerade einmal 218 ( mD) und 443 ( gD ) Bewerbungen vor. Die Bewerbungsfrist ist mittlerweile abgelaufen und es ist zu befürchten, dass auch in 2011 nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden können.

Doch wie kann das Interesse an einer Ausbildung im Finanzamt gesteigert werden?

Wenn man zum Beispiel bedenkt, dass von der Ausbildungsvergütung sämtliche Lehrbücher und Gesetze selbst gekauft ( und ständig aktualisiert! ) werden müssen, die Ausbildung in Königs Wusterhausen stattfindet, also entweder ein langer Fahrtweg oder die Kosten für eine zusätzliche Unterkunft in Kauf genommen werden müssen, erscheinen andere Ausbildungsberufe als äußert attraktiv. Die Senatsverwaltung für Finanzen ist noch nicht in dem Wettkampf mit der privaten Wirtschaft angekommen!

DSTG und DSTG-Jugend fordern daher von der Senatsverwaltung für Finanzen, mehr, aktiver und vor allem zeitgemäßer Werbung für die Ausbildung im Finanzamt zu machen. Angesichts der sinkenden Zahl an Schulabgängern reicht es nicht mehr, ein paar Plakate aufzuhängen, einige Flyer auszulegen und eine Mitteilung ins Internet zu stellen. Die Steuerverwaltung muss auf Ausbildungsmessen und möglichst auch in den Schulen präsent sein, um direkt mit potentiellen Bewerbern und Bewerberinnen ins Gespräch zu kommen ( 2012 ist der letzte doppelte Abiturjahrgang mit einer ausreichenden Anzahl an Bewerberpotential ! ). Die Möglichkeiten der modernen Medien müssen genutzt werden, um auf die Ausbildungsberufe aufmerksam zu machen.

Beispiel gefällig?

Die Steuerverwaltungen von Hamburg und Schleswig-Holstein sowie das Finanzamt Westerstede sind auf der Internetplattform youtube zu finden. Unabhängig davon sind die Anwärter und Anwärterinnen mit den notwendigen Sachmitteln auszustatten. Sie Senatsverwaltung für Finanzen muss sich entscheiden, die theoretische Ausbildung nach Berlin zu holen oder aber die Unterbringungskosten in Königs Wusterhausen zu übernehmen. Die DSTG fordert zudem seit Jahren, die Ausbildungsvergütung zu erhöhen und schon zu Beginn der Ausbildung die Zusage zur Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe bei bestandener Laufbahnprüfung zu geben. Es ist weder nachvollziehbar noch vertretbar, wie in der heutigen Zeit, wo das Ringen um Fachkräfte längst entbrannt, teuer ausgebildete Anwärter die Verwaltung verlassen müssen, nur weil sie Ihre Ausbildung mit ausreichend abgeschlossen haben.

DSTG Jugend Bund
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